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Es tut sich was: Update zum Automatischen Informationsaustausch

Die geplante Abschaffung der Ausnahme für gemeinnützige Stiftungen vom automatischen Informationsaustausch (AIA) und deren Konsequenzen beschäftigen die Stiftungswelt seit Monaten. In den letzten Wochen gab es dazu einige Entwicklungen.

SwissFoundations trifft sich mit der OECD

Am 26. September hat sich SwissFoundations zusammen mit einer europäischen Stiftungsdelegation mit dem OECD Director of Tax Policy, Pascal Saint-Amans getroffen. Die OECD ist sich den negativen Folgen einer AIA-Unterstellung von Stiftungen bewusst und hat die Delegation eingeladen, einem institutionalisierten Business & Industry Advisory Committee beizutreten. Ausserdem werden voraussichtlich weitere bilaterale Meetings, insbesondere mit dem Staatssekretariat für Finanzfragen (SIF) stattfinden, mit welchem SwissFoundations bereits in regelmässigem Austausch steht.

Unterstützung seitens Politik

Derzeit gibt es auf Verordnungsebene eine AIA-Ausnahme für Schweizer gemeinnützige Stiftungen und Vereine, gestützt auf eine Interpretation des Abkommens. Damit diese Ausnahme rechtssicher bestehen bleibt, braucht es ein Bundesgesetz. Am 13. Juni 2019 hat FDP Nationalrat und Präsident des Gewerbeverbandes Hans-Ulrich Bigler eine Interpellation zur Frage "Warum ändert der Bundesrat seine Meinung zur Ausnahme der gemeinnützigen Stiftungen vom AIA-Gesetz?" eingereicht. Aufgrund einer unzufriedenstellenden Antwort des Bundesrates hat er daraufhin am 27. September zusammen mit 12 weiteren Nationalrät/-Innen eine zzt. noch unbehandelte Motion eingereicht: "Gemeinnützigkeit fördern - Rechtssicherheit für gemeinnützige Stiftungen und Vereine schaffen". Nach Abschluss der Vernehmlassung zur AIA Gesetzesänderung ist die Botschaft des Bundesrats für Ende November 2019 angekündigt. Die neuen AIA Regelungen sollen am 1.1.2021 in Kraft treten.

Antwort des Bundesrats auf die Interpellation
Zur Motion

Building Bridges Week

The Building bridges week is currently taking place in Geneva. Result of a common effort, it seeks to create a space for dialog between the actors of the finance world and the international development community. A number of events  are organized in this context to discuss how sustainable finance can reinforce the sustainable development goals.

This morning was also published the Swiss Development Finance Declaration of which Lukas von Orelli and Beate Eckhardt from SwissFoundations are among the signatories. Please find bellow the text of this Message to the swiss financial authorities from the swiss private sector development finance community.

European Parliament do debate ways to unlock philanthropy’s potential for public good

On 1 October MEPs and key stakeholders gathered at the European Parliament to debate how to release philanthropy’s untapped potential for public good across Europe. The debate, entitled “Single Market for Philanthropy ‒ Helping unlock the potential for public good across Europe”, was hosted by European Parliament Vice-President Nicola Beer and co-organised by the Philanthropy Advocacy initiative and the Renew Europe Group of the European Parliament.
The debate was organized by the joint DAFNE and EFC project “Philanthropy Advocacy” and  focused on how philanthropy can support European values and how the sector can partner with key stakeholders to tackle rising inequality, provide space for innovation, help overcome social and political divisions, and connect with people and their real needs.

Die Stiftungslandschaft ist so farbenfroh wie der Herbst

Der Stiftungssektor zeichnet sich durch seine Vielfalt aus: Rund 146´000 europäische Stiftungen unterstützen mit ihren Fördergeldern Organisationen und Projekte innerhalb und ausserhalb Europas. Davon haben mehr als 13´000 ihren Sitz in der Schweiz.

Dieses breite Engagement wird am 1. Oktober im Rahmen des “Europäischen Tag der Stiftungen” europaweit gefeiert. Gründe zum Anstossen gibt es viele. Denn Stiftungen schaffen gemeinsam einen Mehrwert für die Gesellschaft, indem sie mit ihrer Stiftungstätigkeit die staatlichen Handlungsfelder ergänzen. Insgesamt werden von den diversen, europäischen Stiftungen jährlich 60 Mrd. Euro für sinnstiftende Zwecke ausgegeben. Diese sind von Kunstausstellungen bis zur Unterstützung benachteiligter Menschen bunt gemischt.

Auch SwissFoundations feiert die Erfolge und reflektiert die Herausforderungen des Schweizer Stiftungssektors. Deshalb lädt der Verband zum jährlichen Stiftungsgespräch am 1. Oktober 2019 in Zürich ein. Unter dem Thema «Redet miteinander!» wird dabei der Dialog zwischen Stiftungen und Politik diskutiert. Parallel dazu findet in Lausanne das Forum des Fondations statt.

Bleiben Sie auf dem Laufenden auf Twitter unter #TagderStiftungen #October1Europe 

Stellungnahme zur Kulturbotschaft: Eine Integration der Schweizer Kulturschaffenden in europäische Projekte wäre wünschenswert

Der SwissFoundations Arbeitskreis Kunst und Kultur hat am 20. September 2019 eine Stellungnahme zur «Botschaft zur Förderung der Kultur 2021-2024» publiziert. Die im Arbeitskreis verbundenen Stiftungen beurteilen die bisherige Umsetzung der Kulturbotschaft grundsätzlich als positiv. Dennoch ist diese in vielen Punkten noch nicht abgeschlossen und auf Fortsetzung angewiesen. Zum einen bewegt sich der Austausch zwischen den Behörden aller Ebenen und SwissFoundations immer noch weitgehend auf informeller Ebene, weshalb eine institutionalisierte Form der Zusammenarbeit zukünftig zu begrüssen wäre. Zudem wurde ein Abkommen zur schweizerischen Teilnahme am europäischen Kulturprogramm 2014-2020 ausserhalb des audiovisuellen Bereiches nicht erreicht. Somit wäre eine Integration der Schweizer Kulturschaffenden in Projekte der Europäischen Union wünschenswert, da diese an zahlreichen Europäischen Festivals, Wettbewerben und Förderprogrammen wie «Creative Europe» derzeit ausgeschlossen sind. Insgesamt sechs Punkte richten die 17 unterzeichnenden Stiftungen in ihrer Stellungnahme an das Eidgenössische Departement des Innern EDI. Die Stellungnahme wurde in deutscher Sprache publiziert.

2020 erhält SwissFoundations eine neue Geschäftsführung

Wie der Präsident von SwissFoundations, Dr. Lukas von Orelli, zu Beginn der Woche informierte, wird Beate Eckhardt, Geschäftsführerin von SwissFoundations, per Ende Juni 2020 von ihrer Position zurücktreten. Beate Eckhardt hat den Verband während 15 Jahren strategisch und operativ entscheidend geprägt und sowohl national als auch international zum wichtigsten Stimme für die gemeinnützigen Förderstiftungen in der Schweiz geformt. Nach dieser erfolgreichen Auf- und Ausbauphase hat sich Beate Eckhardt nun entschieden, ausserhalb von Swiss Foundations neue Wege für ihre weitere Karriere auszuloten. Vorstand und Team bedauern diesen Entschluss sehr und sind gleichzeitig froh, dass sie den Verband noch bis Ende Juni 2020 leiten und gemeinsam mit dem Team für eine sorgfältige Übergabe an die neue Geschäftsführung sorgen wird.

Wirkungsorientiertes Arbeiten in Förderstiftungen - Zwei Spezialworkshops

Wirkung, Wirksamkeit, Wirkungsorientierung – diese Begriffe werden im gemeinnützigen Stiftungssektor viel diskutiert. Und das zu Recht: Wer sich für eine bessere Gesellschaft engagiert, wer tatsächlich einen Unterschied machen will, sollte mit seinen Mitteln so viel Positives wie möglich für seine Zielgruppen erreichen. Aber wie genau schafft man das? Wie arbeitet man wirkungsorientiert? 
 

Bereits zum zweiten Mal laden PHINEO und SwissFoundations zu zwei Spezialworkshops zum Thema wirkungsorientiertes Arbeiten in Förderstiftungen ein. Ein Basiskurs für EinsteigerInnen findet am 22. Oktober 2019, der Aufbaukurs für Fortgeschrittene (in Kooperation mit dem CEPS) findet am 4. Dezember 2019, beide im Hotel 25hours in Zürich, statt.

Die beiden Workshops stehen ausschliesslich Förderstiftungen offen. SwissFoundations-Mitglieder und AbsolventInnen von CEPS Kursen werden bevorzugt behandelt. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 30 Personen beschränkt.

 

Vertrauen ist entscheidend für die Zusammenarbeit zwischen Politik und Philanthropie

Der Staat ist verstaubt und ineffizient. Philanthropie ist ein Hobby, bei dem nach dem Lust-und-Laune-Prinzip Geld zum Fenster rausgeschmissen wird – So oder so ähnlich lauten die Vorurteile, welche sich gemäss der ehemaligen Staatskanzlerin Anja Wyden Guelpa in den Köpfen von Politikern und Stiftungen festgesetzt haben. Um diese Vorurteile zu überwinden braucht es einen konstruktiven Dialog sowie handfeste Reformen. Wo ansetzen? Unter dem Titel "Reformstau" versammelt das Themendossier, welches SwissFoundations gemeinsam mit dem Schweizer Monat initiiert hat, Stimmen beider Lager und bringt damit die Diskussion ins Rollen.

Ein Reformbedarf wird dabei auf beiden Seiten gleichermassen verortet. Während Stiftungen auf liberale Rahmenbedingungen und den Schutz stifterischen Wirkens seitens der Politik angewiesen sind, setzt dies das Verständnis über den Nutzen von Stiftungen in der Gesellschaft voraus. Doch über die wichtige Rolle der Philanthropie in der Schweiz wird nach Meinung von Beat Walti, u.a. Stiftungsratspräsident der Ernst Göhner Stiftung, zu wenig kommuniziert. Dies liegt einerseits in der Natur der Sache, namentlich der starken Heterogenität der Schweizer Stiftungsstandortes und der damit verbundenen Schwierigkeit, gemeinsame Positionen zu finden. Andererseits ist die Erzeugung einer gewissen Sichtbarkeit des eigenen Wirkens Pflicht einer jeden Stiftung, so Walti. Sichtbarkeit ist eine wesentliche Voraussetzung für Vertrauen und somit zentral, wenn es darum geht sicherzustellen, dass die Skepsis, mit der Stiftungen begegnet wird, nicht in einen Generalverdacht umschlägt.

Im Vertrauensaufbau sieht auch Georg von Schnurbein, Direktor Center for Philanthropy Studies (CEPS), einen zentralen Faktor für eine gelingende Zusammenarbeit zwischen Politik und Stiftungen. Die Reform staatlicher Rahmenbedingen für die Philanthropie geht weit über die Diskussion bezüglich Steuerentlastungen hinaus. Wichtiger wäre es gemäss von Schnurbein ein partnerschaftliches Verhältnis aufzubauen, das auch eine inhaltliche Komponente hat und neben finanziellen Zusagen auch Diskussionen über Konzepte und Projekte zulässt. Eine staatliche Strategie zur Philanthropie wäre zu befürworten. Der Kanton Genf hat hier bereits Vorarbeit geleistet. Die Kantone Aargau und Bern untersuchen diesbezüglich gerade Möglichkeiten in der Kulturförderung.

Über die Ausgestaltung des Dialogs zwischen Politik und Stiftungen diskutieren wir am 1. Oktober 2019 am traditionellen Stiftungsgespräch in Zürich. Zur Anmeldung geht es hier – die Platzzahl ist beschränkt.

Die insgesamt 10 Beiträge aus dem Themendossier «Reformstau» stehen alle online zur Verfügung.

Internationale Zusammenarbeit: Als führender Forschungs- und Wissenschaftsstandort kann die Schweiz eine Brückenfunktion wahrnehmen

Der SwissFoundations Arbeitskreis International Development and Cooperation (IDC) hat am 23. August 2019 eine Stellungnahme zur "Botschaft Internationale Zusammenarbeit 2021-2024" publiziert. Die im Arbeitskreis verbundenen Stiftungen stehen der neuen Botschaft grundsätzlich positiv gegenüber. Nichtsdestotrotz erzeugt die erstmalige Verknüpfung von Zielen und Ausrichtung der Internationalen Zusammenarbeit (IZA) mit der Migrationspolitik sowie mit wirtschaftlichen Interessen der Schweiz gemischte Gefühle. Einerseits bietet diese Verknüpfung zwar Chancen für Koordination und Nachhaltigkeit, andererseits widerspricht sie der Schweizer Tradition, sich für diejenigen Anliegen und Menschen einzusetzen, die unsere Hilfe am meisten benötigen, unabhängig davon, ob damit nationale Interessen bedient werden.

Zu begrüssen wäre zudem eine stärkere Ausrichtung der IZA Strategie auf die Agenda 2030 und die darin enthaltenen Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Weiter sollen Bildung, Wissenschaft und Forschung einen Fokus in der zukünftigen Strategie erhalten, denn die Schweiz kann als führender Forschungs- und Wissenschaftsstandort wichtige Expertise und Wissensressourcen bieten und so in der IZA eine Brückenfunktion wahrnehmen. 

Insgesamt sieben Punkte richten die 24 unterzeichnenden Stiftungen in ihrer Stellungnahme an das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA. Die Stellungnahme wurde in deutscher und französischer Sprache publiziert.