Das erwartet Sie am 8. Zürcher Stiftungsrechtstag
Am 28. Januar 2027 findet bereits der 8. Zürcher Stiftungsrechtstag statt. Wir haben bei Prof. Dr. iur. Dominique Jakob nachgefragt, wie gute Governance auch in Zukunft gelingt – und welche Fragen Stiftungen in den kommenden Jahren beschäftigen werden.
#governance2030: Was steckt hinter dem Motto?
Prof. Dr. iur. Dominique Jakob: Governance klingt technisch, betrifft aber eine ganz zentrale Frage: Wie muss eine Stiftung aufgestellt sein, damit sie dauerhaft gut funktioniert? #governance2030 ist deshalb auch ein programmatischer Appell: Stiftungen sollten ihre Governance in den kommenden Jahren kritisch überprüfen und weiterentwickeln. Dafür wollen wir an der Tagung Orientierung, konkrete Impulse und vielleicht auch den einen oder anderen kritischen Denkanstoss geben.
Warum ist das Thema Governance für Stiftungen gerade heute so relevant?
Weil das Umfeld anspruchsvoller wird. Regulierung und Transparenzanforderungen nehmen zu, zugleich wächst der Argwohn gegenüber grossen Vermögen und privaten Gestaltungsspielräumen. Gleichzeitig werden Stiftungen vermögender, und ihre Rolle bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wird wichtiger. Gerade deshalb gilt: Wer Freiheit erhalten will, muss Governance leben. Gute Selbstregulierung ist besser als verordnete Fremdregulierung. Das gilt für die einzelne Stiftung sowie den gesamten Stiftungssektor.
Welche Entwicklungen werden die Governance von Stiftungen bis 2030 besonders prägen?
Stiftungen werden wichtiger – und damit steigen auch die Erwartungen an sie. Wer eine Stiftung errichtet, sollte sie von Anfang an richtig aufstellen; wer eine Stiftung führt, muss professionelle Standards einhalten. Dafür braucht es Wissen, gute Vorbilder und vor allem ein Gespür dafür, dass nicht jede Stiftung gleich funktioniert. Eine gemeinnützige Förderstiftung, eine Unternehmensstiftung oder eine Familienstiftung stellen ganz unterschiedliche Governance-Fragen. Deshalb nehmen wir an der Tagung bewusst verschiedene Stiftungsmodelle unter die Lupe. «One size fits all» wird der Vielfalt der Stiftungen nicht gerecht.
Gibt es ein Thema im Programm, auf das Sie sich persönlich besonders freuen – und warum?
Ich hoffe natürlich, dass der ganze Tag ein Governance-Spektakel wird. Besonders gespannt bin ich aber auf das Thema der universitätsnahen Stiftungen, an dem wir derzeit auch intensiv forschen. Gerade dort zeigt sich, wie anspruchsvoll es sein kann, gute Governance nicht nur auf dem Papier zu entwerfen, sondern in einem gewachsenen und eng verflochtenen Ökosystem tatsächlich umzusetzen. Ich glaube, dass wir dabei einigen die Augen öffnen können – und dass viele ganz konkrete Erkenntnisse für ihre eigene Stiftung gewinnen werden.
Was sollen die Teilnehmenden vom Event mitnehmen?
Vor allem den Impuls, die eigene Stiftung einmal wirklich auf den Prüfstand zu stellen: Stimmen unsere Strukturen noch? Sind Rollen und Verantwortlichkeiten klar? Wo liegen Interessenkonflikte oder blinde Flecken? Mit #governance2030 setzen wir dafür bewusst einen zeitlichen Horizont – nicht weil 2030 ein magisches Datum wäre, sondern weil gute Governance nicht auf die lange Bank gehört. Wenn die Tagung dazu den Anstoss gibt, ist schon viel erreicht. Und wenn die Community miteinander ins Gespräch kommt, diskutiert, lacht und Verbindungen schafft, dann hat der Stiftungsrechtstag genau die Stimmung geschaffen, die ihn ausmacht.
Hier finden Sie alle weiteren Informationen und die Anmeldung zum 8. Zürcher Stiftungsrechtstag.
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