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Aus dem Nähkästchen - Sandro Giuliani im Interview

Sandro Giuliani, Geschäftsführer der Jacobs Foundation, war zu Gast in «Cuntrasts discurs» beim Rätoromanischen Fernsehen RTR. Die Jacobs Foundation ist eine der grössten Stiftungen in der Schweiz und auch in Europa. Wie sieht die Arbeit einer so grossen Stiftung aus? Was sind ihre Ziele und wie will sie diese erreichen? Im Gespräch gibt Sandro Giuliani Einblicke hinter die Kulissen, zu Möglichkeiten aber auch Risiken in der Stiftungsarbeit. Ausserdem erfahren wir auch viel vom Werdegang eines Stiftungsprofis – von einem, der in Zuoz im Oberengadin aufgewachsen ist.

Das Gespräch wird in rätoromanischer Sprache geführt und bietet deutsche Untertitel an. 

 

Wirkung durch ethisches Investieren – die elea Foundation

Die elea Foundation, ein SwissFoundations Mitglied, setzt auf ethisches Investieren. Sie konzentriert sich auf die Bekämpfung absoluter Armut mit unternehmerischen Mitteln, wie etwa mit dem Engagement bei der Firma «iCow» in Kenya:  Diese verschickt per SMS konkrete Tipps, wie Bauern ihren Hof produktiver betreiben können. Seit sich die Stiftung vor sechs Jahren bei «iCow» engagiert hat, ist die Zahl der AbonnentenInnen von 500 auf 60000 gestiegen.
Die Finanzierungsstrategie der Stiftung beruht auf Impact Investing: Investitionen, die nicht nur eine finanzielle Rendite erlangen, sondern auch eine positive soziale und ökologische Wirkung erzielen. Im Artikel in der NZZ am Sonntag vom 10. September 2017 erzählt der ehemalige UBS-Chef und Gründungsvater der elea Foundation Peter Wuffli von den Projekten und Zielen dieses gemeinnützigen Engagements.

Stiftungen weiterhin in den Schlagzeilen

In der NZZ von gestern, dem 13. September 2017, lässt sich nachlesen, dass der Stiftungssektor in der Schweiz unter einem Transparenzdefizit leide. Es wird der Eindruck erweckt, dass eine Vielzahl von Stiftungen ihrem Förderzweck nicht nachkommen würden, dass die Stiftungsaufsichten ihrer Kontrollaufgabe nicht gewachsen wären und sich der Sektor ganz allgemein gegen vermehrte Transparenz sträube. Dem ist nicht so.
 
Stiftungen entstehen aus einem privaten, gesellschaftlichen Engagement heraus. Freiwillig und partnerschaftlich zeigen gemeinnützige Stiftungen Verantwortung für die Gesellschaft und gestalten diese im Austausch und in Zusammenarbeit mit vielen anderen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mit. International gehört der Schweizer Stiftungsstandort zur Spitzengruppe und davon profitiert unser Land. Es gilt zu diesem Stiftungswesen Sorge zu tragen. Mit der Holzhammermethode wird das Wirken von Stiftungen nicht gefördert. Was es braucht, sind Augenmass und Bedachtsamkeit, um den Schweizer Stiftungssektor voranzubringen. 
 
Geschätzt 1.5 bis 2 Milliarden Franken bringen gemeinnützige Stiftungen jährlich auf, um Projekte aus Kultur, Wissenschaft und Bildung, Sozialem oder aus der Entwicklungshilfe tatkräftig zu unterstützen. Diese Zahl wie auch die zigfachen erfolgreichen und fruchtbaren Ergebnisse dieses Engagements zeigen, dass das Gros der gemeinnützigen Stiftungen in der Schweiz überlegt und sorgfältig daran arbeitet, ihren Stiftungszweck wirkungsvoll umzusetzen. Dazu gehören auch Anstrengungen, die Rahmenbedingungen für dieses Stiftungswirken stetig zu verbessern.

Seit Gründung als Gemeinschaftsinitiative Schweizer Förderstiftungen unterstützt SwissFoundations diese nachhaltige Sektorentwicklung: Der jährlich publizierte Schweizer Stiftungsreport ist die wichtigste Referenzquelle zu Fakten, Zahlen, Trends und Entwicklungen im Schweizer Stiftungssektor. Der Swiss Foundation Code ist ein europaweit anerkannter Good Governance Kodex für gemeinnützige Stiftungen. Mit dem Center for Philanthropy Studies CEPS an der Universität Basel wurde ein Forschungs- und Kompetenzzentrum rund um die Themen Stiftungen und Philanthropie gegründet. Als Verband ist SwissFoundations die einzige nationale Organisation, die regelmässig Anzahl, Fördervolumen und Fördergebiete seiner Mitglieder veröffentlicht.
 
So und in vielen weiteren Bereichen trägt SwissFoundations, als Verband der Schweizer Förderstiftungen, dazu bei, Lösungen mitzugestalten, die diese Form privaten Engagements in der Schweiz weiter professionalisiert, verständlich macht und schliesslich auch stärkt.
 
Zum Online NZZ-Artikel «Schweizer Stiftungen müssen transparenter werden» vom 13.9.2017
Zum Online NZZ-Kommentar «Stiftungen sind kein Selbstbedienungsladen» vom 13.9.2017

Doppelt gefördert – mit Investitionen einen Unterschied machen

Die Velux Stiftung fördert drei Bereiche: Die Tageslichtforschung, das gesunde Altern und die Augenheilkunde. Mit einer angepassten Investitionsstrategie hat es sich die Stiftung zum Ziel gesetzt, ihre Wirkung zu vergrössern: Impact Investing.
Impact Investing bedeutet, dass die Velux Stiftung nicht nur entsprechend  ihres Stiftungszwecks fördert, sondern gleichzeitig auch ihr Vermögen zum Wohl der Gesellschaft investiert. Dadurch engagiert sie sich mit doppelter Wirkung. Mit den Investitionen und den Erträgen garantiert sie die Förderungen ihrer Bereiche. Gleichzeitig erzielen die Investitionen der Velux Stiftung in ökologische Unternehmungen einen Mehrwert im Kampf gegen den Klimawandel. Die Stiftung hat bis dato einen 10%-Anteil von Impact Investments an ihren Gesamtinvestitionen erreicht. Ihre Vision ist es den Betrag bis 2025 auf 25% zu erhöhen.
Lesen Sie mehr über diesen innovativen Ansatz.
 

SwissFoundations verfasst eine Replik zu Handen der NZZ

Artikel und Kommentar vom 24. August 2017 zur Rolle von Stiftungen in der Gesellschaft hat im Stiftungssektor viele Reaktionen ausgelöst. SwissFoundations, wie auch die Jacobs Foundation, hat sich der Diskussion gestellt. Am 2. September 2017 hat die NZZ in ihrer Samstagsausgabe die SF-Replik veröffentlicht. 

Stiftungen als Labor der Gesellschaft

Lukas von Orelli und Beate Eckhardt

In einem sommerlich aufgeheizten Klima beschreiben Lucien Scherrer und Claudia Wirz Stiftungen als Brandbeschleuniger, weil diese angeblich Themen aufgreifen, die den Staat anschliessend zum Handeln zwingen und den Steuerzahler Geld kosten. Nach dieser Logik sind Stiftungen gleichzusetzen mit den Übeltätern, die im südlichen Europa Brände legen, um Bauland zu gewinnen oder um als Feuerwehrleute Geld zu verdienen. Die Schweiz, mit der höchsten Stiftungsdichte Europas, als Hort der Brandstifter?

Das Missverständnis könnte nicht grösser sein. Einmal abgesehen davon, dass neben Stiftungen auch NGOs, Medien, Parteien, Unternehmen, Verbände und andere Themen anstossen, die Politiker aufnehmen und im einen oder anderen Fall zu staatlichem Handeln führen: Was soll daran schlecht sein, Themen aufzugreifen, den Nachweis ihrer Relevanz zu erbringen und es dem Staat (oder anderen) zu überlassen, etwas daraus zu machen? Insbesondere wenn Stiftungen dies nicht einfach willkürlich, sondern in Zusammenarbeit mit anderen privaten, wirtschaftlichen und staatlichen Akteuren tun. An der Initiative Ready! beteiligen sich beispielsweise neben gemeinnützigen Stiftungen und der öffentlichen Hand auch private Unternehmen. 

Stiftungen werden in der Schweiz gegründet, um das Wohle der Gesellschaft zu fördern. Das sind aber nicht nur ein paar wenige grosse, wie der Beitrag von Lucien Scherrer und Claudia Wirz suggeriert. Dank unseren liberalen Rahmenbedingungen gibt es über 13'000 gemeinnützige Stiftungen in der Schweiz und jährlich kommen mehr als 300 neue dazu.

Stiftungen wollen relevant sein. Kein Stifter gründet eine Stiftung, um nichts zu bewegen. Stiftungen messen sich daran, Beiträge zu leisten, die der Gesellschaft nutzen - sei dies in sozialen, kulturellen oder wissenschaftlichen Bereichen. Um relevant zu sein, sind Stiftungen dort tätig, wo sonst niemand hinschaut oder sich kein anderer Akteur engagiert. Sie können mutig Themen aufgreifen, die durch die Maschen staatlich-politischer oder ökonomischer Interessen fallen, weil damit keine Stimmen zu gewinnen sind oder kein Geld zu verdienen ist. Stiftungen können es sich leisten, neue Wege zu gehen, politisch nicht korrekt zu sein, langfristig zu denken und zu handeln und schlicht zu experimentieren. Stiftungen suchen so nach Lösungen für gesellschaftliche Probleme, schliessen Lücken und schlagen Brücken. Stiftungen packen, ganz im Sinne der saisonalen Terminologie, manch heisses Eisen an, an welchem sich niemand die Finger verbrennen will oder mit welchem keine Lorbeeren zu gewinnen sind. 

Oft, aber bei weitem nicht immer, entschliessen sich staatliche Institutionen, den Ball aufzunehmen. Bestes Beispiel ist die Forschung. Viele innovative Forschungsprojekte werden mit Stiftungsgeldern ermöglicht. Liefern diese vielversprechende Resultate, soll es im Sinne der Autoren des Artikels verwerflich sein, wenn der Schweizerische Nationalfonds ein Folgeprojekt finanziert? Dasselbe gilt für Künstler. Sollen Musikerinnen, deren Ausbildungen von Stiftungen unterstützt wurden, nicht an staatlichen Theatern spielen dürfen, weil dadurch Folgekosten entstehen, die den Steuerzahler belasten? Weder das Opernhaus Zürich noch der Schweizerische Nationalfonds sind verpflichtet, die Musikerinnen anzustellen oder das Forschungsprojekt zu fördern. 

Stiftungen erweitern die Auswahl an Ideen und Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen, die wiederum staatliche Institutionen in der Erfüllung ihrer Aufgaben übernehmen können. Dem Staat entstehen daraus nicht zusätzliche Kosten, sondern vielmehr Effizienzgewinne, was wiederum zur Einsparung von Steuergeldern führen kann.  

Mögen die Ziele der einzelnen Stiftungen sehr spezifisch und den Vorlieben ihrer Stifter entsprechen, so ist es gerade die Vielfalt der 13'000 Stiftungen, die einen Ausgleich schafft. Die Pluralität stellt sicher, dass gesellschaftliche Themen auf unterschiedlichste Weise angegangen werden. Gerade deshalb ist es wichtig, die Stifterfreiheit in der Schweiz hoch zu halten und Menschen, die sich gemeinnützig engagieren wollen, attraktive und liberale Rahmenbedingungen zu bieten. Sei dies, indem sie sich nachbarschaftlich einsetzen, Sportnachwuchs trainieren oder eben – eine Stiftung gründen. All diese Spielarten gesellschaftlichen Engagements gehören zu einer lebendigen Zivilgesellschaft.

Dass diese Freiheit nur mit Übernahme von Verantwortung zu haben ist, gehört seit jeher zum politischen Verständnis in unserem Land. Der Stiftungssektor ist sich dessen bewusst. Es wäre wünschenswert, wenn sich Medien, Politik und Wirtschaft dies auch wären.

Lukas von Orelli und Beate Eckhardt sind Präsident und Geschäftsführerin von SwissFoundations, dem Verband der Schweizer  Förderstiftungen. Die 142 angeschlossenen Stiftungen repräsentieren über ein Viertel aller jährlichen Schweizer Stiftungsausschüttungen. 

Zürich, 30. August 2017

Die Replik der Jacobs Foundation finden Sie hier.

Was die Welt von morgen bewegt: SF Stiftungsgespräch 2017

Die Welt von morgen beginnt jetzt. Darum setzen wir uns mit zukünftigen Herausforderungen, auf die wir noch keine Antworten kennen, heute auseinander. 
 
Im Nachgang zum letztjährigen Stiftungsgespräch lädt SwissFoundations Schweizer Förderstiftungen zu einer Denkwerkstatt ein. Gemeinsam W.I.R.E präsentieren wir Ihnen ein vom Think Tank,  in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem Schweizer Bundeskanzler, entwickeltes Früherkennungssystem für Wirtschaft und Gesellschaft. Das Horizon Scanning Modell identifiziert aufgrund einer systematischen Recherche Mikrotrends und Signale aus Technologie, Gesellschaft, Wirtschaft, Ökologie und Politik und leitet daraus relevante Makrotrends und Handlungsfelder für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ab.
 
Nutzen Sie die Gelegenheit sich mit einem neuartigen Konzept vertraut zu machen. Diskutieren Sie mit uns in kleinen Gruppen über die Erkenntnisse und Handlungsfelder der Welt von morgen! 
 
 

Stiftungen als Bürokratietreiber?

Der heute erschienene Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung zur Rolle von Stiftungen in unserer Gesellschaft verfehlt die Realität. Um aktuelle und zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern, braucht es das Zusammenspiel verschiedener Akteure. Es ist der Staat, der für Stabilität und Rechtssicherheit sorgt. Gemeinnützige Stiftungen sind partnerschaftliche Akteure, die in den meisten Fällen komplementär zum Staat arbeiten und neue Möglichkeiten ausprobieren und anstossen können. Gerade aus einer liberalen Warte heraus ist es zu befürworten, dass sich Stiftungen engagieren und damit den Staat einerseits entlasten, aber auch bewegen. Ob nun Stiftungen, Nichtregierungsorganisationen, Vereine oder Institutionen aus Wissenschaft und Bildung, sie sind Teil einer gesunden Gesellschaftsstruktur, die darauf baut, dass sich Menschen und Institutionen ihrer Verantwortung bewusst sind und sich für diese Gesellschaft einsetzen. Die Annahme, Stiftungen seien «Brandbeschleuniger» für Verstaatlichungs- und Bürokratisierungstendenzen und ihr Engagement, sobald sie sich aus der klassischen Projektunterstützung herausbewegen, sei nicht legitim, verkennt die Wichtigkeit einer lebendigen Zivilgesellschaft. 

«Was die Welt von morgen bewegt» - das Stiftungsgespräch 2017

Im Anschluss an das letztjährige Stiftungsgespräch lädt SwissFoundations, gemeinsam mit dem Think Tank W.I.R.E., exklusiv Schweizer Förderstiftungen zu einer Denkwerkstatt ein. Im Zentrum des Interesses stehen Potentiale und Risiken der gesellschaftlichen Herausforderungen von heute und morgen aus Demografie, Technik und Digitalisierung. Auf viele dieser Herausforderungen gibt es noch keine Antworten. Darum soll eine frühzeitige und fundierte Auseinandersetzung mit relevanten Entwicklungen und deren Einordnung in ein ganzheitliches Bild angestrebt werden.

Das SwissFoundations Stiftungsgespräch 2017 findet im Rahmen des Europäischen Tags der Stiftungen statt. Die Plätze sind auf maximal 50 beschränkt. Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eintreffens berücksichtigt.

Auf Wiedersehen Ethan, herzlich Willkommen Philipp!

Wir begrüssen Philipp Cron als neuen Praktikanten im Team bei SwissFoundations!

Philipp Cron hat sein Studium an der ZHdK in der Vertiefung "Mediale Kunst" 2016 abgeschlossen und ist neben seiner Arbeit bei SwissFoundations als Kurator im Cabaret Voltaire und als Komponist tätig. 

Ethan Gertel wird Mitte September sein Masterstudium in "International Political Economy" in Manchester aufnehmen. Wir wünschen ihm hierfür und für seinen weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg!

Rechtskommission des Ständerats unterstützt die Initiative Luginbühl weiter

Die Rechtskommission des Ständerates hat am 15. August 2017 der parlamentarischen Initiative Luginbühl weiterhin Folge gegeben. Anders hatte die Rechtskommission des Nationalrates entschieden und den Handlungsbedarf im stiftungs- und steuerrechtlichen Bedarf und somit die Initiative abgelehnt. SwissFoundations hatte seinerseits eine Rückweisung empfohlen. Nach den uneinigen Entscheiden der beiden Ratskomissionen wird die Initiative in einem nächsten Schritt im Ständerat behandelt. SwissFoundations wird die Entwicklung weiterhin beobachten. 

 

SwissFoundations in den Medien (Auswahl)

5.5.2016, SRF (Tagessschau): Schweizer Stiftungen stehen unter Druck
Podcast

22.4.2015, NZZ Video: Viele Stiftungen leiden unter den niedrigen Zinsen
Podcast

21.04.2015, SRF4: Verwilderung im Stiftungsparadies?
Podcast

Der Europäische Tag der Stiftungen findet am 1. Oktober jedes Jahr statt und wird in der Schweiz von SwissFoundations und ProFonds getragen.