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Der Philanthropiesektor pocht auf gleiche Bedingungen in ganz Europa

Das philanthropische Engagement in Europa ist eindrücklich. Über 60 Milliarden Euro werden in Feldern wie Bildung, Gesundheit, Wissenschaft, Umwelt oder Migration und Integration zur Verfügung gestellt. Der Philanthropiesektor stellt damit eine wichtige Säule der Zivilgesellschaft dar. Die Bedingungen, unter denen sich Philanthropie entfalten kann, werden in Teilen Europas aber strenger und restriktiver. Beispiele wie Restriktionen bei der ausländischen Finanzierung, inkonsistente grenzüberschreitende Steuerregelungen für die Philanthropie, Einschränkungen durch zu rigide Anti-Terror- und Geldwäschereimassnahmen schränken das Engagement der Geber und Stiftungen in Europa ein und gefährden es gar.

Das Donors and Foundations Networks in Europe (DAFNE) und das European Foundation Centre (EFC) fordern darum einheitliche regulatorische Bedingungen für den Philanthropiesektor in ganz Europa. Mit der heute veröffentlichten Studie «Enlarging the Space for European Philanthropy» begehen beide den Kick-off zur einer gemeinsam getragenen Advocacy-Initiative mit dem Ziel, das Betätigungsfeld für den philanthropischen Sektor und dessen positiven Einfluss auf die Gesellschaft zu erhalten und zu stärken. SwissFoundations ist Gründungsmitglied von DAFNE und wirkt im DAFNE Legal Commitee mit, das eine wichtige Zuliefererfunktion für die Advocacy-Initiative einnimmt.

Die Studie «Enlarging the Space for European Philanthropy» wurde von Oonagh Breen, Rechtsprofessor der UCD Sutherland School of Law, verfasst. Sie analysiert die regulatorischen und politischen Herausforderungen, die sich der Philanthropie in Europa stellen. Die Studie enthält auch Vorschläge und Empfehlungen, wie europäische Geber und Stiftungen mit den EU-Institutionen und nationalen Regierungen eine Zusammenarbeit hin zu einem europäischen Binnenmarkt für Philanthropie anstossen können.

Zur Pressemitteilung

Zur Studie

«Wir sind keine Lückenbüsser» – Interview mit der Direktorin der Gebert Rüf Stiftung Pascale Vonmont

Vergangene Woche hat sich die Handelszeitung eingehend mit dem Stiftungssektor und spezifisch mit der Gebert Rüf Stiftung, Gründungsmitglied von SwissFoundations, beschäftigt. Die Direktorin Pascale Vonmont erzählt im Interview aus ihrem eigenen Lebenslauf und gibt ausführlich Einblicke in das Innenleben der Stiftung: Hintergründe und Motive, die Rolle als Verbrauchsstiftung oder die Stiftung als Start-up-Förderin.  Auch spricht sie über den Wandel der Rolle der Philanthropie sowie deren Beziehung zum Staat. «Wir sind keine Lückenbüsser» macht Vonmont klar und plädiert für engere Partnerschaften zwischen privaten und öffentlichen Mittelgebenden.

Das neue Jahr steht vor der Tür: Veranstaltungen im Januar 2018

SwissFoundations startet voller Tatentdrang ins neue Jahr und lädt im Januar 2018 gleich zu vier exklusiven Veranstaltungen für Mitglieder ein: Den Auftakt macht am 17. Januar der Roundtable Alter mit dem Thema Kooperationen und Partnerlösungen. Am 24. Januar diskutiert der Arbeitskreis Finanzen verschiedene Schwerpunktthemen vom vergangenen sowie dem neuen Jahr in Zürich. Tagsdarauf, am 25. Januar, treffen sich gleich zwei Arbeitskreise, Soziales sowie Bildung, Forschung, Innovation, für das Pilotprojekt EDUCA SWISS. Programm und Anmeldung zu den einzelnen Veranstaltungen:

Roundtable Alter
Arbeitskreis Finanzen
Pilotprojekt EDUCA SWISS

Ebenfalls am 24. Januar lädt SwissFoundations zum traditionellen Neujahrsapéro ins Haus der Stiftungen ein. Die Einladungen wurden persönlich und online verschickt. Wir freuen uns auf einen ereignisreichen Start ins neue Jahr!

Benchmark Report - die neue Ausgabe 2017

Nach dem grossen Erfolg der Ausgabe 2016 führt SwissFoundations die Reihe fort. Soeben ist der Benchmark Report 2017 zu Rendite und Kosten der Vermögensbewirtschaftung gemeinnütziger Stiftungen erschienen. Der Report umfasst erstmals ein zusätzliches Fokusthema, das sich in diesem Jahr der Frage «Was kostet das Führen einer Stiftung?» widmet. Die Zahl der teilnehmenden Stiftungen konnte dieses Jahr stark gesteigert werden, was das Potential an Vergleichsmöglichkeiten von Rendite- und Gebührenwerten erweitert.

Der Benchmark Report wird in diesen Tagen exklusiv den Mitgliedern von SwissFoundations zur Verfügung gestellt. Die teilnehmenden Stiftungen erhielten ausserdem zusätzliche Informationen für einen individuellen Performancevergleich.

Das Thema Finanzen hat bewegt

Ein Interview mit Lukas von Orelli und Dr. Peter Spinnler

Im Arbeitskreis Finanzen wurde im Herbst ein Generationenwechsel vollzogen. Neu stösst Tobias Baumgartner, Stiftungsrat der Max Kohler Stiftung, dazu und bildet zusammen mit Hans Peter Farner, Stiftungsrat der Age Stiftung, die Co-Leitung des Arbeitskreises.

Der Arbeitskreis hat eine erfolgreiche Geschichte hinter sich. Mit den beiden ehemaligen Co-Leitern Lukas von Orelli, Geschäftsführer der Velux Stiftung und Präsident von SwissFoundations, und Dr. Peter Spinnler, Präsident der Animato Stiftung, schauen wir ein paar Jahre zurück.

Sie beide haben im Verlaufe dieses Jahres die Leitung des Arbeitskreises abgegeben. Der AK Finanzen wurde über Jahre auch von Ihrem Engagement geprägt. Wie blieb Ihnen der Auftakt des Arbeitskreises in Erinnerung?

Lukas von Orelli     Wir hatten das Gefühl, dass das Thema Finanzen alle beschäftigt und machten eine Umfrage. Der AK startete mit mehr als dreissig Mitgliedern. Bei den Veranstaltungen hatten wir Rekordteilnahmen. Für mich ist das ein wunderbares Beispiel dafür, wie SwissFoundations Mitglieder mit Unterstützung der Geschäftsstelle Themen auf den Tisch bringen können, die alle etwas angehen und interessieren.

Dr. Peter Spinnler     Ich erinnere mich gut an die seinerzeitige Anfrage von Lukas für eine Mitarbeit in diesem von ihm geschaffenen Arbeitskreis. Ich fand die Idee brillant und vor allem zeitgerecht. Die hohe Teilnehmerzahl beim ersten Anlass des Arbeitskreises zeigte, dass er mit seiner Einschätzung des Bedarfs nach einem solchen finanzorientierten Arbeitskreises absolut richtig lag.

Was macht den Arbeitskreis für die Teilnehmenden denn so interessant und wertvoll?

Spinnler     Ich würde das Thema «Finanzen» dieses Arbeitskreises als «seasonal topic» bezeichnen. Für jede Stiftung und deren Stiftungsrat steht klar die Förderung und Realisierung des Stiftungszwecks im Vordergrund. Vom Stiftungszweck hängt denn auch massgeblich die Zusammensetzung des Stiftungsrats ab, der häufig über kein Mitglied mit fundiertem Finanz-Know-how verfügt. Interessant wird der AK primär in Perioden negativer und schwieriger Finanzmärkte, siehe zum Beispiel die Finanzkrise 2008. In solchen Zeiten steigt der unabhängige Beratungsbedarf für die verantwortlichen Stiftungsräte und Geschäftsführer an.

von Orelli     Da gebe ich dir recht. In vielen Stiftungsräten und Geschäftsstellen besteht ein grosser Nachholbedarf im Finanzwissen. Finanzen sind aber auch ein Querschnittsthema. Alle können von allen lernen.  So konnten alle in unserem Vertrauenskreis offen Fragen stellen und sich darüber austauschen, was besser oder schlechter funktioniert.

Was waren die grössten Meilensteine, die mit dem Arbeitskreis bisher gesetzt wurden?

von Orelli     An erster Stelle steht sicherlich, dass durch den AK das Thema Finanzen bei Stiftungen «salonfähig» wurde. SwissFoundations setzte sich intensiver mit Themen wie Vermögensbewirtschaftung, Kosten, nachhaltiges Investieren usw. auseinander. Ein eigentlicher Meilenstein war aber, dass der Finanzteil im Swiss Foundation Code 2015 durch unsere Mithilfe weitreichend ausgebaut wurde und nun nachhaltiges Investieren gar postuliert wird. Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist der Benchmark Report zu Vermögensverwaltungskosten und Renditen, der gerade in zweiter Auflage erschienen ist.

Spinnler     Ganz entscheidend war für mich das Setting des AK. Unabhängig von Banken und Vermögensverwaltern konnte im AK Finanzwissen vermittelt werden und das vor allem auch peer-to-peer. So thematisierten wir auch eingehend «heisse Eisen» wie beispielsweise Kosten wie Retrozessionen, die von Banken im Gespräch mit Kunden tunlichst vermieden werden. Schliesslich sind sicher auch die vielen Orientierungshilfen in Form von Merkblättern und Mustervorlagen zu nennen, die auch den anderen SwissFoundations Mitgliedern zur Verfügung gestellt wurden.

Welchen Rat würden Sie der neuen Leitung und den Mitgliedern mit auf dem Weg geben?

Spinnler     Mit Ratschläge an die neue Leitung möchte ich mich zurückhalten. Meine eigenen Erfahrungen wurden von mir als Vertreter der «alten Garde» gemacht.  Die Lehre aus der Geschichte ist ja auch, dass sich im Banken- und Finanzwesen alles ständig ändert.

von Orelli     Genau. Ausserdem ist die neue Leitung schon lange dabei und kennt die AK-Mitglieder und deren Bedürfnisse. Sie haben den bisherigen Erfolg 1:1 miterlebt und wissen um die Bedeutung, das Ohr immer bei den Mitgliederbedürfnissen zu haben. Dazu brauchen sie nicht unseren Rat.

Neue Ära für die Avina Stiftung - Stephan Schmidheiny übergibt das Zepter

Der Gründer und Präsident der Avina Stiftung, Dr. Stephan Schmidheiny, übergibt das Präsidium seiner Frau Dr. Viktoria Schmidheiny. Mit dem Erreichen der statuarischen Altersgrenze von 70 Jahren legt Stephan Schmidheiny sein Amt damit nieder. Die Wahl von Dr. Viktoria Schmidheiny erfolgte durch den Stiftungsrat der Avina Stiftung.Für die Stiftung geht eine Ära zu Ende. Stephan Schmidheiny hat die Avina Stiftung 1994 gegründet und sie seither präsidiert. Nach seinem Einsatz als Chefberater für Unternehmen und Industrie für die erste Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung – dem Rio-Gipfel von 1992 – zog sich Stephan Schmidheiny für zwei Jahre aus dem unternehmerischen Tagesgeschäft zurück und fokussierte sich auf den Aufbau von Avina. Dabei orientierte er sich an seiner unternehmerischen Grundhaltung und an einem dreifachen Resultat: der sogenannten «triple bottom line». Avina bezog von Anbeginn soziale, ökologische und wirtschaftliche Kriterien in ihr Wirken ein und legte damit den Grundstein für die unternehmerisch geprägte Philanthropie.
Mit Dr. Viktoria Schmidheiny als neuer Präsidentin des Stiftungsrats bleibt die Familie Stephan Schmidheiny weiterhin eng mit der Avina Stiftung verbunden. Die gebürtige Wienerin Viktoria Schmidheiny ist doppelte Fachärztin der Universitätsklinik Wien für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Zahnheilkunde. Viktoria Schmidheiny ist seit 2012 in zweiter Ehe mit Stephan Schmidheiny verheiratet. Sie gehört dem Stiftungsrat von Avina seit 2013 an.