Schweizer Förderstiftungen im Praxistest: Über 1’000 Rückmeldungen zeigen Stärken und Handlungsfelder
Wie erleben Organisationen die Zusammenarbeit mit Schweizer Förderstiftungen? Für den neuen Voices of Impact Report vom Center for Philanthropy Studies (CEPS) und SwissFoundations wurden 600 Förderpartner* und 409 Antragssteller** zu ihren Erfahrungen befragt. Die Ergebnisse zeichnen ein insgesamt positives Bild der Zusammenarbeit: Besonders geschätzt wird der persönliche Austausch, während beim Feedback nach Absagen Verbesserungspotenzial gesehen wird.
Der Voices of Impact Report wurde vom Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel gemeinsam mit SwissFoundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen, und acht Schweizer Förderstiftungen erarbeitet. Die Auswertung bietet tiefgehende Einblicke in die Sichtweise und Erwartungen der Destinatäre. Bei den Befragten handelt es sich in der grossen Mehrheit um Nonprofit-Organsiationen (70%), dazu kommen staatliche Institutionen (20%) und wenige Einzelpersonen (2%).
Die wichtigsten Ergebnisse:
Inhaltlich innovativ, methodisch konventionell
Förderpartner verbinden Schweizer Förderstiftungen besonders häufig mit den Begriffen «unkompliziert» und «professionell». 83 % der Förderpartner nehmen ihre Stiftung als Förderin innovativer Lösungen wahr. Gleichzeitig sind 86 % der Beiträge projektgebunden. Betriebsbeiträge oder Kernfinanzierungen bleiben mit 6 % die Ausnahme.
Persönlicher Austausch ist entscheidend
Der persönliche Kontakt mit der Stiftung ist ein häufiger Grund für eine Förderung. Während 75% der Förderpartner mit jemandem in der Stiftung ihr Projekt vorbesprechen konnten, war dies nur bei 25% der Antragsteller der Fall. Mit 97 % erlebt der grösste Teil der Förderpartner die Kommunikation mit den Stiftungen insgesamt als positiv, während die Antragssteller die Kommunikation mit 63 % zurückhaltender bewerten.
Konkurrenz um Gelder als grösste Herausforderung
Als grösste Herausforderungen in ihrem Tätigkeitsbereich nennen Förderpartner die Konkurrenz um Gelder (17 %), die Suche nach passenden Förderern (16 %) und das geringe Angebot an Förderorganisationen (15 %).
Mehrere Arbeitstage für einen Antrag
Im Durchschnitt investieren Organisationen 21 bis 28 Stunden in einen Förderantrag. Die Mehrheit hält diesen Aufwand zwar für angemessen, dennoch zeigt die Zahl, wie ressourcenintensiv die Suche nach Fördermitteln insbesondere für kleinere Organisationen sein kann.
Stiftungen bieten mehr als Geld
Die Zusammenarbeit mit einer Förderstiftung hat für Förderpartner nicht nur finanzielle Vorteile. 31 % geben an, dass ihre Organisation insgesamt von einer Zusammenarbeit profitiert hat. Besonders geschätzt werden zusätzliche Kontakte und Vernetzungsmöglichkeiten.
Wunsch nach klarem Feedback
Etwas mehr als die Hälfte der Antragsteller (57 %) gibt an, über die Gründe eines negativen Entscheids informiert worden zu sein. Nur rund ein Drittel der Antragsteller findet die Gründe für eine Absage nachvollziehbar. Können sie die Entscheidung nachvollziehen, sind 72 % insgesamt zufrieden mit der Stiftung. Bei denjenigen, die die Absage nicht nachvollziehen können, sind es lediglich 26 %. Die Ergebnisse zeigen damit: Auch eine Absage kann zu einer guten Förderbeziehung beitragen, wenn sie transparent und nachvollziehbar kommuniziert wird.
* Destinatäre, die von der Stiftung eine finanzielle Unterstützung erhalten haben.
** Destinatäre, deren Antrag abgelehnt wurde.
Hier geht es zum vollständigen Report.
Über den Report
Der Voices of Impact Report wurde vom Center for Philanthropy Studies (CEPS) der Universität Basel gemeinsam mit SwissFoundations und acht Schweizer Förderstiftungen erarbeitet. Befragt wurden 600 Förderpartner und 409 Antragstellende. Die Ergebnisse beziehen sich auf die beteiligten Förderstiftungen und sind nicht repräsentativ für den gesamten Schweizer Stiftungssektor. Ein Vergleich mit der ersten Erhebung von 2019 ist aufgrund methodischer Unterschiede nur eingeschränkt möglich.
An der Studie beteiligt waren die Age-Stiftung, die Arcanum Stiftung, die Fondation Leenaards, die Hasler Stiftung, die Hear the World Foundation, die Sophie und Karl Binding Stiftung, die Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG) sowie die Stiftung Mercator Schweiz.
Medienkontakt:
SwissFoundations
Ellen Peter, Kommunikation peter@swissfoundations.ch
CEPS
Prof. Dr. Georg von Schnurbein georg.vonschnurbein@unibas.ch
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